Stuttgart macht es einem nicht leicht, auf einen Nenner zu bringen: Autostadt, Weinstadt, Kulturstadt, alles gleichzeitig. Genau das spiegeln die Designhotels in Stuttgart wider. Kein einheitlicher Look, keine Kettenästhetik, sondern Räume, die aus ihrer Umgebung entstanden sind. Wer hier übernachtet, bekommt kein neutrales Zimmer, sondern ein Haus mit Haltung, eingebettet in eine Stadt, die selbst nicht weiß, ob sie lieber Metropole oder Weinlage sein will.
An der Rezeption erklärt jemand auf Schwäbisch, das Zimmer gehe „raus aufs Grüne" – gemeint ist ein Hang mit Reben, keine Rasenfläche. In Stuttgart beginnt das Verständnis für Design oft mit solchen kleinen Korrekturen. Was hier gebaut und gestaltet wird, hat immer die Topografie im Hinterkopf: Kessel, Höhen, Weinbergterrassen. Genau die Designhotels in Stuttgart, die das begriffen haben, sind die interessantesten.
Stuttgart hat keine homogene Innenstadt, es hat Schichten. Gründerzeitviertel neben Nachkriegsarchitektur, Industriebrachen neben Weinbergterrassen. Wer hier ein Designhotel betreibt, muss Position beziehen: zur Lage, zur Geschichte des Hauses, zur Stadt. Das Ergebnis ist eine Hotellandschaft ohne Wiederholung.
Das Herz der Stadt pulsiert zwischen Königstraße und Schlossplatz, aber die interessantesten Designhotels in Stuttgart liegen meist eine Gasse weiter. Altbaufassaden, hohe Decken, und draußen der Lärm einer Stadt, die ihre Größe kennt. Hier schläft man mittendrin, nicht daneben.
Das Stuttgarter West schlägt einen anderen Ton an: eigenwilliger, mit mehr Raum für Persönlichkeit. Abends bewegt man sich durch Gassen, in denen Gastronomie und Galerie kaum voneinander zu unterscheiden sind. Hotels, die sich hier eingerichtet haben, kennen diesen Rhythmus.
Wer morgens aufwacht und zuerst wissen will, wie der Kessel von oben aussieht, gehört in die Weinlagen. Die Aussicht ist keine Kulisse, sondern Grundlage. Manche Häuser haben das Prinzip, dass gutes Wohnen mit gutem Wein beginnt, zum gestalterischen Konzept gemacht.
Wer Stuttgarts Puls sucht, findet ihn in Mitte, wo die Stadt laut und lebendig direkt vor der Tür beginnt. Das Stuttgarter West empfiehlt sich für Reisende, die lieber bummeln als hasten, lieber entdecken als konsumieren. Wer sich von Weinbergterrassen und Kesselpanorama mehr verspricht als vom Stadtgewimmel, findet in den Hanglagen eine ganz eigene Art, Stuttgart zu verstehen.