Möwen hört man, bevor man das Meer sieht. Für viele Kinder beginnt Norddeutschland mit diesem Geräusch, dann mit dem ersten Schritt in feuchten Sand, dem Quietschen nasser Gummistiefel auf einem Holzsteg. Was danach kommt, hängt davon ab, wohin man fährt. Die Ostsee, die Nordsee, die Seenplatte: drei Stimmungen, drei Geschwindigkeiten, drei verschiedene Arten, Familienurlaub zu verbringen. Dieser Text hilft bei der Wahl.
Norddeutschland ist flach genug, dass Kinder es selbst erkunden können – auf dem Fahrrad, zu Fuß, im Kanu. Wer nach Familienhotels in Norddeutschland sucht, trifft eine Entscheidung, die vor der Hotelbuchung kommt: Welche Region passt zu diesem Urlaub?
Die Strände hier sind breit genug, dass man seinen Nachbarn kaum sieht. Buchenwälder wachsen bis nah ans Wasser. Auf Rügen steht die Kreideküste weiß gegen den Himmel, und entlang der Seebrücken alter Seebäder sammeln Kinder Bernstein aus dem Spülsaum. Abends ist es früh ruhig.
Wer hierherkommt, bekommt Weite. Das Wattenmeer tritt bei Ebbe zurück und lässt eine eigene Welt frei, die man durchwaten, erforschen, beschmutzen darf. Auf Föhr oder Amrum fährt kein Fremder mit dem Auto. Familienradtouren auf dem Deich enden selten ohne Gegenwind, aber das gehört dazu.
Wer nicht an die Küste will oder sie schon kennt, findet hier Wasser in anderer Form. Seen überall, verbunden durch schmale Kanäle. Kinder paddeln im Kanu voraus. Naturparks, in denen man tagelang unterwegs sein kann, ohne denselben Weg zweimal zu nehmen. Eine Stille, die wirklich still ist.
Wer Strand und Seebrücke sucht und Kinder, die abends sandig und müde ins Bett fallen, kommt an der Ostsee an. Die Nordsee ist eher etwas für Familien, die dem Wind entgegenhalten und Watt-Matsch als Abenteuer verstehen. Und die Seenplatte gehört denen, die Urlaub brauchen, nicht Programm.