Die Vogesen liegen weniger als zwei Stunden vom Oberrhein entfernt, und doch fühlen sie sich an wie eine andere Zeitzone. Wer hier nach einem Wellnesshotel sucht, findet keine Kulisse, sondern Schwere im guten Sinne: Tannenwälder, stille Bergseen, Dörfer, in denen das Abendessen wichtiger ist als das Abendprogramm. Eine Region, die keine Anstrengung unternimmt, beeindruckend zu wirken.
„Bonsoir" sagt die Frau an der Rezeption, aber das zweite Wort klingt wie Elsässisch, nicht wie Französisch. Genau in dieser kleinen Unsicherheit liegt etwas Entscheidendes: Man ist angekommen, irgendwo zwischen zwei Sprachen, zwischen Rheinebene und Kammlage, zwischen Frankreich und etwas, das sich noch nicht ganz benennen lässt. Wellnesshotels in den Vogesen funktionieren in diesem Zwischenraum besonders gut, weil die Region selbst kein Konzept verkauft, sondern einfach da ist.
Die Vogesen sind dicht bewaldet, aber nicht verwildert. Sandsteinpfade führen durch Fichtenbestände, Bäche laufen unter Holzbrücken hindurch, und zwischen zwei Hügeln öffnet sich manchmal ein Tal, das so still ist, dass man unwillkürlich langsamer atmet. Die kulturelle Eigenart der Region – geprägt von elsässischer Küche, alemannischen Dialektresten und französischer Gelassenheit – gibt jedem Aufenthalt eine eigene Färbung, ohne dass man sich erklären müsste, wo man gerade ist.
Im Naturpark der Nordvogesen ist Tourismus noch kein Massenphänomen. Die Sandsteinformationen geben der Landschaft etwas Archaisches, die Wege sind lang und enden oft an einem Aussichtspunkt, von dem aus man kein einziges Dach sieht. Wer tagsüber wandert, kommt abends mit einer anderen Art von Müdigkeit zurück: der körperlichen, nicht der nervösen. Gut für alle, die Abstand brauchen und keine Abwechslung vermissen.
Gérardmer ist die lebhafteste der drei Wellnessregionen in den Vogesen, aber Lebhaftigkeit ist hier ein relativer Begriff. Der See liegt direkt vor der Stadt, morgens liegt Nebel über dem Wasser, mittags laufen Wanderer über den Uferweg. Hotels mit Seezugang kombinieren Badesteg und Spa auf engstem Raum, und wer nach dem Abendessen noch einmal hinauswill, braucht keine zehn Minuten bis zum Waldrand.
Die Kammstraße der Südvogesen zieht sich über Hochlagen, von denen aus man bei klarer Sicht den Schwarzwald auf der anderen Rheinseite erkennt. Hier ist die Landschaft offener, der Himmel größer, die Farben im Herbst intensiver als im geschlossenen Wald darunter. Wellnesshotels in den Vogesen haben in dieser Höhe weniger Seeromantik, dafür mehr Luft und Raum.
Wer echte Stille sucht, ohne Programm und ohne Geräusch, findet sie im Norden, zwischen Sandsteinfelsen und leeren Wegen. Wer Wasser braucht und trotzdem nicht auf ein kleines Abendleben verzichten will, kommt am Gérardmer-See richtig an. Und wer Weite will, Horizont und den Eindruck, auf der Höhe der Dinge zu sein, fährt auf die Crêtes.