São Miguel ist die größte Insel der Azoren und vermutlich die vielseitigste. Wer hier nach einem Hotel sucht, trifft damit gleichzeitig eine Entscheidung für eine Landschaft. Kraterseen, Thermalquellen, raue Atlantikküste, stille Hochebenen: Das alles liegt auf einer einzigen Insel, aber jede Region fühlt sich an wie ein eigenes Reiseziel. Dieser Text hilft bei der Orientierung, nicht mit Listen, sondern mit Bildern.
Auf der Fähre sitzen zwei Reisende, die São Miguel gerade verlassen haben und kaum dieselben Orte kennen. Der eine hat morgens Thermalwasser gerochen und abends in einem stillen Garten gesessen. Der andere ist täglich an der Atlantikküste gewandert, hat in kleinen Hafenbars Kaffee getrunken und abends den Hafen von Ponta Delgada beobachtet. Beide haben São Miguel erlebt. Beide haben etwas anderes gesehen. Wer hier die passende Unterkunft sucht, sucht deshalb zuerst die richtige Region.
São Miguel hat in den vergangenen Jahren eine ruhige, qualitätsbewusste Hotelkultur entwickelt: umgebaute Quintas, Boutique-Hotels mit Atlantikblick, kleine Häuser auf Hochebenen, an denen kein Straßenverkehr vorbeizieht. Kein Massentourismus, aber auch kein Stillstand. Die Naturerlebnisse beginnen direkt vor der Tür.
Die Hauptstadt der Azoren ist schwarzweißes Pflaster, Fischerboote am frühen Morgen und Kaffeehäuser, die schon um acht Uhr voll sind. Hotels in Ponta Delgada verbinden städtisches Leben mit Insellage. Man geht zum Markt, kehrt zum Mittagessen zurück und schaut abends vom Dach auf die Hafenmole.
Hier oben hört man selten Autos. Die Zwillingsseen von Sete Cidades, einer blau, einer grün, liegen in einem erloschenen Vulkankrater, umgeben von Weiden und schmalen Wanderwegen. Hotels in dieser Region liegen oft allein in der Landschaft. Morgens beginnt man direkt beim Aufbruch zu wandern.
Im Tal von Furnas tritt Dampf aus dem Boden, das Wasser riecht nach Schwefel, und die Vegetation wächst in einer Intensität, die anderswo kaum vorkommt. Die Hotels in Furnas sind auf Entschleunigung ausgerichtet: thermale Bäder, ruhige Gärten, keine Eile. Wer Erholung sucht, findet sie hier in ihrer direktesten Form.
Rauer, windiger, weniger bekannt. Die Gegend um Ribeira Grande gehört dem Alltag der Azorener mehr als den Reisenden. Wellen, die nicht auf Postkarten landen, kleine Läden, Surfer am frühen Morgen. Hotels an der Nordostküste sprechen an, wer die Insel hinter ihrer Kulisse kennenlernen will.
Ponta Delgada ist das Richtige für alle, die morgens zum Markt gehen und abends Wein mit Blick auf den Hafen trinken möchten. Sete Cidades gehört denen, die tagsüber wandern und abends nichts hören außer dem Grillenzirpen und gelegentlichem Kuhläuten. Furnas passt zu allen, die mit Dampf aus dem Boden aufwachen und genau das als Urlaub verstehen. Und die Nordostküste ist das Richtige für alle, die lieber beobachten als gesehen werden. Innerhalb dieser Vielfalt finden sich die schönsten Hotels auf São Miguel, jedes an dem Ort, der zu ihm gehört.