Karte Filter
Karte Preisvergleich: einzigartige Hotels Sortierung

Tiefblau schimmerndes Wasser, eingerahmt von den südlichen Ausläufern der Dolomiten: Am Gardasee trifft italienische Lebensfreude auf die raue Schönheit der Berge. Den Norden des Sees bei Arco haben sich Surfer und Kiter zum Lieblingsziel erkoren. Im Westen versprühen mondäne Hafenorte wie Limone sul Garda Luxusflair in Cafés auf der Strandpromenade und in eleganten Hotels mit Gardasee-Blick. Familien besuchen am Südufer in Sirmione antike Ruinen und den flach abfallenden Strand.

Hotels Gardasee buchen

Der Gardasee, Hotels direkt am Wasser, ein sanftes Klima und eine malerische Landschaft: Alpine Landschaften und mediterranes Flair, hier schroff und von Winden geprägt, dort warm und lieblich. Der größte See Italiens ist eines der beliebtesten Urlaubsziele in Europa. Welches Ufer man aufsucht, ist maßgeblich für die Gestaltung des Aufenthalts: Norden, Osten, Süden und Westen haben ihren eigenen Charakter.

Gardasee: Wichtigste Regionen & Orte auf einen Blick

Gardasee Gardasee © Lefay Resort & Spa Lago di Garda

Gardasee Norden: Jung, Wasser- und Bergsport

An seiner schmalsten Stelle wird der Gardasee von steilen Berghängen flankiert, weshalb viele ihn hier mit einem Fjord vergleichen. Mountainbiker finden spektakuläre Routen vor; in Orten wie Torbole und Arco treffen sich Trendsportler aus aller Welt (Surfen, Kiten, Klettern); betagtere Gäste schätzen vor allem die Wandermöglichkeiten und idyllische Ausflugsziele wie Limone.

Klettern & Canyoning: Ursprünglich als reiner Luftkurort bekannt, wurde Arco (ca. fünf Kilometer vom Gardasee entfernt) inzwischen zum Mekka des Klettersports erklärt. Neben natürlichen Felsformationen aller Schwierigkeitsgrade gibt es ein Kletterstadion, auch Schauplatz des jährlichen Wettkampfes „Rockmaster“ im Herbst. Wer Fels und Wildwasser kombiniert spüren möchte, meldet sich zum Canyoning an – in den ausgewaschenen Flussläufen des Sarcatals treffen abenteuerhungrige Familienväter auf Outdoorfreaks; bei den moderaten Touren darf auch der Nachwuchs mit.

Altstadtbummel & Sightseeing: Die Burgruine von Arco hatte schon der Maler Albrecht Dürer auf einem seiner Werke verewigt. In Natura ohnehin sehenswert, lohnt der Aufstieg (Start an der Via Vergolano) auch wegen des einmaligen Blicks bis hin zum nördlichen Seeufer. Zurück in der Altstadt, lohnt der Bummel durch die Gassen rund um die Piazza 3 Novembre, dabei kommt man am hausgemachten Eis kaum vorbei (Gelateria Al Castello). Für den italienischen Genuss gibt es auch in der benachbarten Touristenhochburg Riva zahlreiche Möglichkeiten.

Idyllische Seen & Mountainbiking: Es muss nicht immer das große Format sein: Im Nordwesten liegen Garda-Ableger wie der smaragdgrüne Bergsee Lago di Tenno und der Lago di Ledro mit seinen unverbauten Ufern. Kleine Wander- und Badeparadiese, an denen sich Individualurlauber und Ruhesuchende treffen. Mountainbiker nehmen die alte Serpentinentour vom Ledro- bis zum Gardasee; geruhsamere Gemüter wandern durch das Ledro-Tal.

Traumdörfer & Zitronenplantagen: Auf einer Hochebene des Nationalparks Alto Garda Bresciano erstreckt sich die Gemeinde Tremosine mit ihren schmucken Ortschaften, die offiziell zu den schönsten Dörfern Italiens zählen. Am „Balkon des Gardasees“ kommen Wanderfreunde, aber auch Reiter und Mountainbiker auf ihre Kosten. Limone, etwas südlich von Riva gelegen, verdankt seinen Namen zwar dem Wort „Limes“ (Grenze), wird aber heute mit der Zitrone gleichgesetzt, die hier üppig anbebaut wurde. Davon zeugen noch die Reste der „Limonaien“, Zitronenplantagen mit Gewächshäusern, die teilweise besichtigt werden können (La Limonaie del Castell). Auch in den Auslagen der Souvenirläden ist die saure Frucht allgegenwärtig, zum Gefallen der oft in Scharen einströmenden Touristen.

Surfen, Nightlife & Jazz: Der nordöstlichste Zipfel des Gardasees gehört den Freunden des Windes: In Tórbole reihen sich Surfschulen und -center aneinander. Natürlich hat sich auch ein ausgeprägtes Aprés-Angebot etabliert (Wind’s Bar); in den einschlägigen Clubs und Diskotheken (Conca d’Oro) wippen auch unsportlichere, aber szenebewusste Gäste zu den Beats. Torbole ist auch eine Top-Anlaufstelle für Mountainbiker – neben Verleihstationen gibt es zahlreiche Werkstätten und Shuttle-Services. Abwechslung von alledem bietet das Garda Jazz-Festival im Juni und Juli, das übrigens jährlich an wechselnden Orten stattfindet (auch in Riva und Arco).


Östlicher Gardasee: Wintersport, Wein & Freizeitparks

Der Bergrücken des Monte Baldo (2218 Meter) prägt das östliche Seeufer; im Sommer wie im Winter ein Ziel für Aktivurlauber. (Hobby-)Botaniker schätzen seine endemische Pflanzenvielfalt. Rund um Bardolino liegen berühmte Wein- und Olivenanbaugebiete. Lazise wiederum ist für seine riesigen Vergnügungsparks bekannt.

Seilbahn & authentische Bergdörfer: Im Osten des Gardasees dominiert der Bergrücken des Monte Baldo. Familien und Schwindelfreie fahren mit der Seilbahn zum Gipfel Monte Altissimo di Nago (Abfahrt ab Malcesine), wer die letzten Meter zu Fuß schafft, wird mit Top-Aussichten und Hüttenzauber belohnt. Authentisch sind zum Beispiel die kleinen Dörfer der Gemeinde Brenzone. Manche sind nur über steile Wege zu erreichen, andere liegen direkt am Wasser und bieten neben charmanten kleinen Häfen regionale Fischspezialitäten wie Gardasee-Sardine oder Gardasee-Aal. Nach Wandertouren in den Berg- und Waldgebieten schmecken vor allem die Trüffel (Tartufi) aus der Region, aber auch andere Pilz-, Kastanien und Wildgerichte.

Pflanzenvielfalt & Botanischer Garten: „Garten Europas“, so wird der Monte Baldo aufgrund seiner Vielfalt an Pflanzen genannt, darunter zahlreiche seltene und endemische (nur in der Region vorkommende) Arten. Gebündelt lässt sich diese Vielfalt im angelegten Botanischen Garten (Ferrara di Monte Baldo) bestaunen, rund 700 Arten auf 12 000 Quadratmetern entzücken Hobbygärtner, Profi-Botaniker und Urlauber, die einfach nur schauen möchten.

Wintersport: Im Winter tauschen viele Surfer ihr Brett gegen das Snowboard. Skifahren mit Blick auf den Gardasee, das geht an der Funivia Malcesine-Monte Baldo - mit elf Pistenkilometern und vier Liften ein überschaubares Areal. Mehr Weitlauf bietet zum Beispiel die Provinz Ferrara Monte Baldo, die auch über Langlaufloipen und eine eigene Snowbard-Piste verfügt.

Klassisches Sightseeing: Richtung Norden, am Fuße des Monte Baldo, liegt das Städtchen Malcesine. Die gut erhaltene Burganlage mit eigenem Museum gehört auf die Sightseeing-Liste, außerdem die Barockkirche San Stefano und der Palazzo dei Capitani. In der Altstadt verstecken sich neben touristischen Cafés und Souvenirständen auch Bars, in denen vor allem Einheimische anstoßen (Pub Vagabondo). Weinkenner zieht es eher nach Bardolino und von dort in das Hinterland der Region Valpolicella. Dazu gehört auch ein Besuch im Weinmuseum (Via Costabella 9) und dem Olivenölmuseum (Via Peschiera 54, beides in Bardolino).

Freizeitparks & Ausgehen: Nach den beschaulichen Olivenhainen und Weinbergen rund um Bardolino bietet sich dem Besucher, der weiter nach Süden durch Lazise fährt, ein Kontrastprogramm: Achterbahnen, Lasershows und Zwergenwelten - im „Gardaland“ wird es laut, und das ist so gewollt. Vielköpfige Familien aus Italien und anderswo reisen auch wegen der Movieland-Studios (Stunt-Show, Spezial-Effekte) und dem Medieval Times (mittelalterliches Erlebnisrestaurant) an. Vom Trubel ungerührt zeigt sich die Altstadt Lazises; vielleicht liegt es an der Festungsmauer, die den historischen Stadtkern umschließt wie zu Ritters Zeiten. Rund um die Piazza Vittorio Emanuele lässt man einen guten Tropfen im Glas kreisen. In den Bars am Hafen gibt es raffinierte Sundowner (Alla Grotta, Gipi’s Bar).


Südlicher Gardasee: Badeurlaub, Camping, Weinberge & Wellness

Nur rund 50 Kilometer vom Nordufer entfernt, bietet der südliche Gardasee ein ganz anderes Bild. Das sanft hügelige Seeufer öffnet sich hier weit, erinnert mitunter an das Meer. Im milderen Klima gedeihen Palmen und Oleander, lange Strände und Campingplätze säumen Uferabschnitte. Die Halbinsel Sirmione gewährt Einblicke in die römische Vergangenheit und ist ein beliebter Thermalkurort. Lebhaftes Treiben in Desenzano.

Strandleben, Familien & Camping: Mehr Palmen, weniger Wind als im Norden: Am mediterranen Südufer lädt der Gardasee zum Baden ein. Besonders lange Strände (in der Regel Kies) gibt es zum Beispiel rund um das Hafenstädtchen Manerba. Hier ragt die Landzunge Punta Belvedere in den See, von der aus man watend zur vorgelagerten Insel San Biagio gelangt. Malerische Badebuchten verstecken sich auch rund um Porto San Felice und Porto Portese. Da hier besonders viele Campingplätze das Ufer säumen, ist der Südwesten ein beliebtes Familienreiseziel.

Weinstraße, Oldtimer & Kartfahren: Von Bardolino am östlichen Seeufer kommend, führt die „Strada del Vino“ über die Orte Affi und Castelnuove bis nach Peischera, gepflastert mit Weingütern, die zur Visite einladen: Eine Führung durch den Weinberg, Weinproben und Einkaufen beim Erzeuger. Manche der Höfe bieten zusätzliche Aktivitäten an, zum Beispiel Reiten (La Basia in Puegnago del Garda). Mehr Pferdestärken kommen jährlich im Mai zum Zuge: Das legendäre Oldtimerrennen Mille Miglia zieht Prominenz und Motor-Fans aus aller Welt an, wobei viele die Gelegenheit nutzen, sich und ihr Gefährt zur Schau zu stellen. Start ist in der Stadt Brescia, die Route führt dann über Desenzano und viele kleine Orte, begleitet von üppiger Gastronomie und viel Trubel. Wer selbst Gas geben möchte, kann die auch in Lonato del Garda tun: Die dortige Kartbahn hat Format (South Garda Karting).

Römer-Ruinen & Thermalquelle: Ein Juwel am südlichen Gardasee ist Sirmione. Die wunderschöne Altstadt thront auf einer Halbinsel, samt der Wasserburg mit ihrer Zugbrücke, Zinnen und Türmchen. Ein Museum informiert über die Geschichte des Skaligerkastells, im angrenzenden Park gibt es lauschige Plätze mit Seeblick. Ein Sightseeing-Highlight sind auch die „Grotten des Catull“, Ruinen eines römischen Landhauses aus dem zweiten Jahrhundert mit Ausstellung der archäologischen Funde. Dank seiner schwefelhaltigen Heilquelle ist Sirmione zudem ein beliebter Thermalkurort. In den Wellnessbädern Catullo und Virgilio lassen stressgeplagte Großstädter und ruhesuchende Rentner sich seufzend in das Warmwasser- oder Schlammbad gleiten und das Seepanorama auf sich wirken.


Westlicher Gardasee: Noblesse, Luxus & Lebensart

Rund um Salò und Gardone genießt man ohne auf den Cent zu schauen. Villen und Edelrestaurants inmitten üppiger Parkanlagen, ein Bummel über den Antiquitätenmarkt in Gardone ‒ das gefällt den hier residierenden Italienern, aber auch Gästen, die mehr Beschaulichkeit und Muße schätzen.

Villen, Paläste & Kunst: Villen, Paläste und Parkanlagen: Am westlichen Ufer des Gardasees küsst man die Muße. Unter wohlhabende Italiener & Co. mischen sich Jachtbesitzer für einen Tag sowie Normalsterbliche, die das Flanieren in schöner Umgebung und Kultur schätzen. In Gardone verzaubert der Botanische Garten des Künstlers Andre Hellers (Giardinio Botanico Hruska) mit seinen Wasserspielen und versteckten Plastiken. Ein Museum wurde ausschließlich Jesuskindfiguren gewidmet (Museo Il Divino Infante); auf dem Anwesen (Vittoriale degli Italiani) des umstrittenen Dichters Gabriele D’Annunzio wurde auch ein Kriegsmuseum untergebracht.

Luxusshopping & Gourmetparadies: In Gardone gefällt der Antiquitätenmarkt (samstags auf der Promenade, nur in den Sommermonaten). Weiter südlich, in Salò, lustwandelt man auf der längsten autofreien Ufermeile des Gardasees. Dahinter beginnt der historische Stadtkern, heute durchwebt mit Boutiquen italienischer Designer, schicken Schuhgeschäften und Läden, in denen Espressomaschinen oder exklusive Lebensmittel (Melchioretti) angeboten werden. Vorzüglich sind auch die Restaurants (La Campangnola). Im Torre San Marco können Gäste mit dem eigenen Boot anlegen - der historische Turm am See beherbergt eine Pianobar, ein Weinlokal und das Gourmet-Restaurant Villa Fioraliso. Mit Prunk wartet auch der spätgotische Dom von Saló auf: viel Gold, Stuck und Ölgemälde. Auf dem Domplatz gibt es im Sommer klassische Konzerte; in der Szene-Disco (Absolute) wippt man zu modernen Beats.

Grafeninsel, Segelregatta & Golfen: Saló ist auch einer der Starthäfen für einen Bootsausflug der besonderen Art: Vor San Felice del Benaco liegt die Insel Isola del Garda, Wohnsitz der Grafenfamilie Cavazza. Von April bis Oktober ist die Insel für Führungen geöffnet, die von den blaublütigen Eigentümern selbst angeboten werden. Neben der herrschaftlichen Villa im neogotisch-venezianischen Stil gibt es einen prachtvollen Park mit kunstvoll gestalteten Hecken und Pflanzen aus aller Welt zu bestaunen. Einer der größten Paläste des Sees (Palazzo Bettoni) steht in Bogliaco, einem Dorf südlich von Gargnano). Hier startet im September die „Centomiglia“ - die bekannteste Segelregatta des Gardasees, und in Richtung Toscolano Maderno befindet sich ein 18-Loch-Golfplatz.

Urige Kneipen, Wandern & Mussolinis Erbe: In Gargnano selbst geht es etwas bodenständiger zu. Es gibt urige Kneipen (Al Baccaretto) und gemütliche Lokale, oft ist das Örtchen mehr Surfertreff als Touristenmagnet. Schöne Wanderungen sind im nahe gelegenen Nationalpark „Alto Garda Bresciano“ möglich. Ein ernsteres Thema ist die Hinterlassenschaft Benito Mussolinis, der zu Zeiten der faschistischen „Republik von Saló“ die Villa Feltrinelli bewohnte.


Desenzano: Hafenflair, Stadtleben & Sightseeing

Die größte Stadt am Gardasee liegt im Süden und bleibt mit rund 20 000 Einwohnern überschaubar. Dank einer der schönsten Uferpromenaden, einer gut bestückten Fußgängerzone und regem Nachtleben ist das Menschenaufkommen jedoch viel größer. Beim historischen Sightseeing gibt es Einblicke von der Steinzeit bis zum Mittelalter.

Nightlife & Romantik: Bunte Fassaden, schaukelnde Boote – an der alten Hafenmole (Porto Vecchio) erinnert Desenzano eher an ein Fischerdorf. Der Romantik-Pegel schlägt hoch aus, weshalb viele Verliebte und solche, die es werden wollen, sich hier in den Abendstunden einfinden. Man trifft sich in den Bars (Gelateria Cristallo) und zieht dann weiter durch die nächtliche Fußgängerzone und in die Diskotheken des Umlands (Discoteca Mazoom, Circus Beat Club in Brescia).

Einheimische, Märkte & urbanes Shoppen: In der Shoppingmeile von Desenzano (nahe Hafen) zeigen sich gut gekleidete Italiener und vergleichsweise wenige Touristen; neben Boutiquen gibt es gut sortierte Lebensmittel-Geschäfte (Olivenöl aus der Region). Zum Cappuccino trinken und Schauen ist die Piazza Matteotti ein beliebter Ort. Lohnend sind auch die Märkte in der Altstadt (Antiquitäten, Obst und Gemüse). Wer es moderner mag, fährt ein Stück Autobahn: Richtung Lonato gibt es ein großes neues Einkaufszentrum mit mehr als 100 Geschäften (Il Leone di Lonato).

Historisches Sightseeing: Kunstliebhaber kommen am Dom Santa Maria Maddalena nicht vorbei, wo berühmte Ölgemälde wie das „Letzte Abendmahl“ von Giambattista Tiepolo und die „Kreuzabnahme“ von Francesco Zugno zu bewundern sind. Unweit davon die Römische Villa mit Mosaikböden aus dem dritten Jahrhundert. Das archäologische Museum an der Uferstraße wurde in einem ehemaligen Kloster untergebracht. Zu sehen gibt es unter anderem Relikte aus der Steinzeit-Ära des Gardasees. Die Tour führt schließlich hinauf zum Castello - die mittelalterliche Burg sollte man schon wegen der schönen Aussicht nicht verpassen.


Riva del Garda: Mondän, sportlich & touristisch

Am nördlichen Seeufer ist Riva das touristische Zentrum. Einst zu Österreich gehörend und inmitten der Berge liegend, besitzt es den Charakter Tiroler Urlaubsorte und versprüht zugleich mondän-italienischen Charme. Entsprechend entzückt gibt man sich zwischen Burg und Jachthafen. Es gibt aber auch das ganz andere Riva – etwa den Surfer-Treff, beim Mountainbike-Festival und zum jährlichen Festival des Internet-Blogs

Stadtstrand, Szene-Bars & Promenadenbummel: Geprägt von reisenden Denkern und Literaten (Nietzsche, Kafka, Thomas Mann) und österreichischer Herrschaft, zugleich typisch italienisch – ähnlich vielschichtig wie die Vergangenheit Rivas ist das Publikum. Der lange Stadtstrand zieht Familien an; die Winde am See gehören den Surfern, das Hinterland den Mountainbikern. So trifft man an der Promenade und in der Altstadt auf ein bunt-touristisches Völkchen, das seine Nischen findet. Jugendliche zieht es in Szene-Bars (Il Vecchio Porto), ältere Gäste bevorzugen die Trentiner Küche (La Montanara), andere schnuppern in die historischen Gassen und bleiben, wo es gefällt.

Blogger- & Sportlertreff: Die internationale Mountainbike-Szene erobert Riva im Frühjahr: Zum Bike Festival Garda Trentino im Frühjahr sieht man hier vor allem gestählte Körper, Zweiräder und viele Helme – vor allem rund um das Messegelände am Palazzo Congressi. Ganz anders das Bild beim Blogger-Festival, wenn Internetfreaks ihren heimischen PC gegen den Gardasee eintauschen (Ende September/Oktober).

Sightseeing & Naturdenkmäler: Mehr als ein schöner Ort zum Kaffetrinken ist die Piazza 3 Novembre mit ihren Arkaden und dem mittelalterlichen Stadtturm. Stadtgeschichte offenbart auch die von einem Wassergraben umgebene Festungsanlage mit Museum; außerdem gibt es in Riva einige sehenswerte Kirchen aus Romanik und Barock (San Tommaso di Canterbury, Chiesa dell‘ Inviolata, Santa Maria Assunta). Nördlich von Riva lohnt ein Ausflug zum Varone Wasserfall, der sich aus fast 100 Metern Höhe in eine Höhle stürzt (Grotta Cascata), zu finden an der Nationalstraße 421 in Richtung Ponte Arche.


Gardasee - gut zu wissen:

Kontrastreich, aber touristisch: So verschieden wie seine Ufer in den vier Himmelsrichtungen sind auch Stimmung und Publikum am Gardasee. Die Familie, die sich unwissenderweise im geruhsamen Gardone einbucht, könnte sich genauso fehl am Platz fühlen wie der Mountainbiker in Sirmione (oder es zumindest am Portemonnaie spüren). Dennoch gibt es hier keine Trennwände – der See lebt von seinen Touristen, die in der Regel überall willkommen sind. Wer all seine Gesichter kennenlernen möchte, macht am besten gleich eine Rundreise – aber möglichst zu passenden Zeiten.

Einheimisches Reiseziel: Wie überall konzentriert sich auch am Gardasee der Andrang zu Ferienzeiten. Wer selbst Familie hat, kann sich oft kaum eine andere Zeit aussuchen, doch eines sollte man vermeiden: Mitte August anreisen – dann hat auch ganz Italien schulfrei. Und: Weil viele Einheimische Ziele wie das Gardaland auch gerne für einen Wochenendausflug nutzen, sollten Auswärtige solche Highlights möglichst an anderen Tagen einplanen – es spart langes Anstehen und mildert den Verkehrsinfarkt auf den Zufahrtstraßen.

Schick & stilvoll: In Italien weiß man sich zu kleiden, was oft auch am Strand und in vermeintlich dresscodefreien Zonen zu spüren ist. Mit Badelatschen ins Café oder in die Boutique? Für viele Landsleute undenkbar. Wer nicht als „typischer Tourist“ durchgehen möchte, schmeißt sich in Schale und bestellt vor allem nicht konsequent auf Deutsch – ein paar italienische Floskeln schaffen Sympathien. Beim Kirchenbesuch gilt grundsätzlich: Schultern bedecken.